| "Eine Zensur findet nicht statt", heißt es in Artikel 5 des Grundgesetzes. |
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Folgender Artikel, geschrieben aufgrund der Meldungen einer Woche, kommentierend-ironisch wie schon mehr als 300 ähnliche "Hohenloher Schnipsel" zuvor, musste auf Anweisung der Chefredaktion aus "hohenlohelive" entfernt werden. Vorangegangen waren Telefonate, u.a. vom Pressebeamten der Haller Polizeidirektion Die "Hohenloher Schnipsel", in zwei Serien erschienen seit Anfang der 90er zuerst in "Radio Regional/Radio TON", dann nach einer mehrjährigen Pause wieder im Internet bei "hohenlohelive.com" wurden danach vom Autor eingestellt |
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Hohenloher Schnipsel 2. August 2003         Ausgabe 56 der 2. Serie Beschleunigte Verfahren Berittene Polizisten auf hohem Ross waren Hauptbelastungszeugen in einem beschleunigten Verfahren gegen einen der Flaschenwerfer aus einer der Demos im Juni gegen den rechten Aufmarsch in Hall. Sie hätten den Überblick gehabt, so die Polizisten als Zeugen vor Gericht. Eine Polizistin wollte sogar aus 100 Metern Entfernung das Gesicht des Flaschenwerfers gesehen haben., fügte allerdings hinzu, dass sie Entfernungen schlecht schätzen könne. Der Junge wurde zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt. Unbekannt ist, ob es gerade diese Polizistin war, die ihr Pferd nicht im Griff hatte und auch nach rückwärts keine Entfernungen schätzen konnte. Jedenfalls ging bei dieser Demo, eingedrückt durch einen Pferdehintern auch ein Fensterscheibe kaputt. Doch keine Sorge, beschleunigte Verfahren wegen fahrlässiger Sachbeschädigung im Amt gibt's nicht, und acht Monate dafür auch nicht.. Es ist nicht mal sicher, ob der Staat Gewährleistung gibt für die Arbeit seiner Polizisten. Baufirmen schon. In Künzelsau müssen sie jetzt noch mal ran und die Strecke der Standseilbahn mit Holzkeilen und neuem Beton ausbessern. Und das auch noch im beschleunigten Verfahren während der Sommerferien. Denn die Bahn muss möglichst schnell wieder rollen. Beschleunigte Verfahren bieten allerdings nicht immer Abhilfe. Nicht bei Pleite im Amt zum Beispiel: Halls Stadtoberhaupt kämpft noch, hat jetzt die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden brieflich zu einem Treffen geladen. Ziel: Beteiligung der Dörfer an den Ausgaben der Stadt für gemeinschaftliche öffentliche Einrichtungen, wie Volkshochschule, Musikschule oder Stadtbücherei. Doch den anderen Kommunen geht es in ihrer Mehrheit ebenfalls nicht besonders. So haben andere Bürgermeister Konsequenzen gezogen. Kupferzells Bürgermeister wurde vergangene Woche in der Gemeindehalle öffentlich verabschiedet, mit großem Brimborium und viel (kommunal)-politischer Prominenz. Immerhin erst nach drei kompletten Amtsperioden hat er sich nicht mehr zur Wiederwahl gestellt. Auch Murrhardts Bürgermeister schied vergangene Woche aus dem Amt. Das Hochoffizielle hatte er schon Mitte Juli hinter sich gebracht. Am Donnerstag ging er aber nochmals durch alle Ämter des Rathauses und schüttelte seinen nun Ex-Mitarbeitern nochmals die Hand zum Abschied. Er selbst hatte diesen mehr oder weniger im beschleunigten Verfahren vorsätzlich herbeigeführt, indem er den Gemeinderat aufgefordert hatte, ihn zu entlassen. Dabei war er erst im Jahr zuvor zum dritten Mal wiedergewählt worden. Doch die Wirtschaft lockt. Beim Energielieferanten Süwag in Ludwigsburg wird er die Aufgabe der Kontaktpflege im kommunalen Bereich auf sich nehmen. Sein Kupferzeller Kollege dagegen bemüht sich, obwohl erst 52, in keinerlei beschleunigtem Verfahren um einen neuen Job. Er will erst - obwohl er höchst persönlich die Beschleunigung liebt (allerdings auf ganz andere Weise) - wie er es ausdrückte - "seine Dinge ordnen" und: Motorrad fahren... rh |